Inhalt dieses Ratgebers
Sie möchten auf Ihrer Firmenwebsite Preise nennen, können aber nicht jedes Projekt vorab genau kalkulieren. Müssen deshalb alle Besucher erst ein Angebot anfordern? Für die Gestaltung hilft eine genauere Frage: Welche Preisangabe können Sie für welchen Leistungsumfang tatsächlich einhalten und erklären?
Ein klar abgegrenztes Paket lässt sich anders darstellen als eine Reparatur mit unbekannter Ursache. Auch innerhalb eines Betriebs können daher unterschiedliche Darstellungen passen. Entscheiden Sie für jede wichtige Leistung gesondert, statt überall denselben Hinweis „Preis auf Anfrage“ einzusetzen.
Was Ihre Kunden vor der Anfrage wissen sollten
Eine Preisinformation soll zunächst eine Einordnung ermöglichen: Passt die Leistung grundsätzlich zum Vorhaben, welche Bestandteile sind enthalten und welche Angaben fehlen noch für ein konkretes Angebot? Eine Zahl ohne diese Erklärung kann eine falsche Erwartung erzeugen.
Die Nielsen Norman Group beschreibt in ihrer B2B-Nutzungsforschung zu Preisangaben, dass fehlende Preisinformationen die Vorauswahl erschweren können. Der Beitrag stammt aus 2013; er ist eine qualitative Grundlage für die Gestaltung, kein aktueller Nachweis, wie viele zusätzliche Anfragen Ihre Website erzielen wird.
Prüfen Sie deshalb Ihre eigene Situation: Fragen Interessenten regelmäßig nach dem Umfang eines Pakets, nach Zusatzkosten oder nach einer ungefähren Größenordnung? Verwenden Sie vorhandene, anonymisierte Rückfragen aus Ihrem Betrieb. Wenn solche Beobachtungen fehlen, behandeln Sie eine vermutete Informationslücke zunächst als Annahme.
Vier Darstellungen – und was jeweils dazugehören muss
Die folgende Tabelle hilft bei der inhaltlichen Planung. Sie ersetzt nicht die Prüfung, welche Preisangaben für Ihr konkretes Angebot rechtlich erforderlich sind.
| Darstellung | Wann sie nachvollziehbar ist | Was daneben stehen sollte |
|---|---|---|
| Fester Paketpreis | Die enthaltene Leistung und ihre Grenzen stehen vor der Anfrage fest. | Umfang, Menge oder Dauer, Voraussetzungen und separat berechnete Leistungen. |
| Preis ab einem Betrag | Ein tatsächlich erhältlicher Grundumfang lässt sich zu diesem Betrag anbieten. | Genau dieser Grundumfang und die Faktoren, die den Preis erhöhen. |
| Begründete Preisspanne | Für einen beschriebenen Fall sind untere und obere Grenze belastbar erklärbar. | Annahmen, entscheidende Unterschiede zwischen den Grenzen und nicht erfasste Fälle. |
| Individuelles Angebot | Wesentliche Voraussetzungen müssen erst geklärt werden. | Benötigte Angaben, Kostenfaktoren und der nächste Schritt zur Kalkulation. |
Eine riesige Spanne von einem einfachen Kleinauftrag bis zum vollständigen Umbau hilft wenig. Teilen Sie solche Vorhaben lieber in verständliche Fälle. Ebenso sollte ein günstiger Einstiegspreis nicht den Eindruck erwecken, dass häufig benötigte Zusatzarbeiten bereits dazugehören.
Ein Beispiel: Der Preis für eine Büroreinigung
Dieses Beispiel ist erfunden und beschreibt keine Kundenleistung oder Marktpreise. Ein Reinigungsbetrieb bietet eine regelmäßige Büroreinigung an. Auf der bisherigen Website steht lediglich „Büroreinigung ab einem monatlichen Betrag“. Der Besucher erfährt nicht, wie oft gereinigt wird oder welche Räume gemeint sind.
Für einen nachvollziehbaren Preisblock müsste der Betrieb zunächst festlegen: Für welche Flächengröße gilt der Betrag? Wie viele Reinigungen sind enthalten? Welche Arbeiten gehören dazu? Sind Verbrauchsmaterialien oder besondere Aufgaben separat zu beauftragen? Erst dann kann der Webdesigner die freigegebene Preisangabe verständlich darstellen.
Kann der Betrieb den Aufwand ohne Besichtigung nicht seriös begrenzen, ist eine erfundene Spanne keine Verbesserung. Die Website kann stattdessen den Weg zum Angebot erklären: ungefähre Fläche, Raumarten, gewünschte Häufigkeit und besondere Anforderungen nennen; anschließend wird geklärt, ob weitere Informationen oder eine Besichtigung nötig sind. Soweit eine Preisorientierung für einen definierten Standardfall möglich und zulässig ist, wird sie separat beschrieben.
Der Unterschied liegt in der Information neben dem Preis: Der Besucher versteht, was er vorbereiten kann und weshalb der endgültige Betrag noch offen ist.
Ein Preisblock braucht mehr als große Ziffern
Ordnen Sie die Angaben so an, dass sie zusammen gelesen werden können: Leistungsname, Preis beziehungsweise Preisgrundlage, enthaltene Leistungen, wichtige Voraussetzungen und Kontaktweg. Wesentliche Einschränkungen sollten nicht erst in einem weit entfernten FAQ-Abschnitt auftauchen.
Bei wiederkehrenden Leistungen muss der Zeitraum eindeutig sein. Ein Monatsbetrag, ein Jahresbetrag und eine einmalige Einrichtung sind unterschiedliche Positionen. Wenn mehrere Pakete verglichen werden, verwenden Sie für dieselbe Eigenschaft dieselbe Bezeichnung. „Betreuung inklusive“ lässt beispielsweise offen, ob damit technische Updates, Textänderungen oder nur ein Ansprechpartner gemeint sind.
Lassen Sie die steuerliche und rechtliche Darstellung vor der Veröffentlichung passend zu Angebot und Zielgruppe prüfen. Bei Angeboten an Verbraucher beziehungsweise entsprechender Werbung mit Preisen verlangt § 3 der Preisangabenverordnung grundsätzlich Gesamtpreise. Diese schließen nach § 2 Nummer 3 PAngV die Umsatzsteuer und sonstige Preisbestandteile ein. Ein frei gewähltes Layout oder der Zusatz „unverbindlich“ ersetzt diese Anforderungen nicht. Welche weiteren Pflichten gelten, muss für den konkreten Fall geklärt werden.
Wann ein Rechner sinnvoll wird
Für zwei verständliche Pakete ist keine Rechenfunktion nötig. Ein Rechner wird erst dann interessant, wenn wenige Angaben einen nachvollziehbaren Preis oder eine belastbare Spanne ergeben und Sie die Regeln auch künftig pflegen können.
Schreiben Sie dafür zunächst einige typische Fälle samt Rechenweg auf. Wenn bereits dabei fast jede Zeile eine andere Ausnahme benötigt, kann ein erklärter Beispielfall mit gezielter Anfrage einfacher sein. Wie Sie Eingaben, offene Kosten und Ergebnisdarstellung vorbereiten, erläutert der Beitrag zum Kostenrechner auf Ihrer Website.
So prüfen Sie den Entwurf vor der Veröffentlichung
- Den Umfang abfragen: Lassen Sie eine Person die Preisangabe lesen und in eigenen Worten erklären, was enthalten ist. Fehlende Bestandteile werden dadurch sichtbar.
- Einen abweichenden Fall durchspielen: Was erkennt jemand, der mehr Menge, eine zusätzliche Leistung oder andere Voraussetzungen mitbringt? Der nächste Schritt sollte verständlich bleiben.
- Auf dem Handy vergleichen: Bleiben Preis, Zeitraum und wichtige Bedingungen zusammen lesbar? Bei mehreren Paketen darf nicht unklar werden, zu welchem Paket eine Angabe gehört.
- Den Kontaktweg prüfen: Erklärt die Schaltfläche, ob eine Anfrage gesendet, ein Angebot angefordert oder bereits verbindlich bestellt wird? Die Beschriftung muss dem tatsächlichen Ablauf entsprechen.
- Eine Preisänderung vorbereiten: Benennen Sie eine verantwortliche Person und alle betroffenen Stellen, etwa Leistungsseite, PDF-Preisliste, Rechner und Buchungsdienst. Prüfen Sie nach der Änderung die tatsächlich angezeigten Angaben.
Dokumentieren Sie konkrete Missverständnisse. „Der Jahresbetrag wurde für einen Monatspreis gehalten“ ist eine brauchbare Rückmeldung. Ein allgemeines „Die Preistabelle wirkt noch nicht modern“ erklärt dagegen nicht, welche Entscheidung erschwert wird.
Diese Unterlagen helfen bei der Umsetzung
Für die Überarbeitung reichen zunächst eine wichtige Leistung, deren freigegebener Umfang und die tatsächlich verfügbaren Kalkulationsgrundlagen. Ergänzen Sie häufige Rückfragen und einen Fall, der bewusst nicht in ein Standardpaket passt. So lässt sich entscheiden, ob ein Preisblock, ein Paketvergleich oder ein eigener Anfrageweg gebraucht wird.
Bei der Planung und Gestaltung Ihrer Website kann PEMKO diese Informationen verständlich ordnen und den passenden Kontaktweg umsetzen. Beschreiben Sie in Ihrer Projektanfrage, welche Leistung erklärt werden soll und welche Preisangaben bereits fachlich freigegeben sind. Vertrauliche Kalkulationsunterlagen müssen Sie dafür noch nicht mitsenden.
Ihr nächster Schritt
Besprechen wir Ihre Website.
Welche Leistungen bieten Sie an? Was soll ein Besucher auf Ihrer Website erledigen können? Mit diesen Angaben beginnt die Planung.
Projekt anfragenAktualisiert am 28.10.2026 · Weitere Ratgeber
