Ratgeber / Planung & Praxis

WooCommerce oder Shopify: Welches System passt zu Ihrem Shop?

Welches Shopsystem passt zu Sortiment und Betrieb? Ein Vergleich über Hosting, Erweiterungen, Datenexport und eine praktische Bedienprobe.

Verkaufsraum mit Bekleidung und Warenpräsentation
Symbolbild · Foto: Rachel Claire / Pexels
Przemyslaw Martyna · PEMKO6 Min. Lesezeit
Inhalt dieses Ratgebers

WooCommerce und Shopify können beide für einen professionellen Onlineshop geeignet sein. Die entscheidende Frage lautet: Welche Lösung passt zu Ihrem Sortiment, Ihren Abläufen und der Person, die den Shop betreut? Wer ausschließlich die erste Monatsgebühr vergleicht, übersieht häufig die Kosten für Erweiterungen, Einrichtung und spätere Änderungen.

Hier geht es um selbst gehostetes WordPress mit WooCommerce im Vergleich zur gehosteten Shopify-Plattform. Besondere Hostingangebote oder umfangreiche individuelle Entwicklungen müssen gesondert betrachtet werden. Die folgenden Fragen helfen Ihnen, eine Entscheidung für Ihr eigenes Projekt vorzubereiten.

Wer übernimmt den technischen Betrieb?

Bei Shopify ist das Hosting Bestandteil des Angebots. Die Plattform wird vom Anbieter betrieben. Sie kümmern sich weiterhin um Ihren Shop: Inhalte, Produkte, Benutzerzugänge, die Auswahl von Apps und die Prüfung Ihrer Verkaufsabläufe. Auch ein gehostetes System braucht jemanden, der nach einer Änderung kontrolliert, ob Ihr konkreter Shop wie vorgesehen funktioniert.

Bei selbst gehostetem WooCommerce wählen Sie das Hosting und organisieren die Betreuung von WordPress, Shop und Erweiterungen. WooCommerce veröffentlicht dafür eigene Serveranforderungen. Im Angebot sollte stehen, wer Updates vorbereitet, Sicherungen prüft und bei einem technischen Problem zuständig ist. Sie können diese Aufgaben abgeben; sie verschwinden dadurch nicht aus dem Projekt.

Wenn Sie bereits eine betreute WordPress-Website besitzen, ist WooCommerce eine naheliegende Prüfoption. Wenn Sie den Plattformbetrieb möglichst gebündelt beziehen möchten, lohnt sich ein genauer Blick auf Shopify. Beides sind Ausgangspunkte für einen Vergleich, keine automatische Empfehlung.

Vergleichen Sie mit Ihrem schwierigsten Produkt

Ein einfaches Produkt lässt sich in einer Vorführung schnell anlegen. Aussagekräftiger ist der Artikel, bei dem Ihr Geschäft von der Standardbestellung abweicht: mehrere Ausführungen, besondere Versandbedingungen, individualisierbare Angaben oder ein bestehender Datenimport. Lassen Sie genau diesen Fall in einer Testumgebung zeigen.

Prüfen Sie dabei nicht nur den Kauf. Ändern Sie anschließend einen Preis, ersetzen Sie ein Bild und bearbeiten Sie die Bestellung. Wie viele Stellen müssen angefasst werden? Welche Zusatzlösung ist nötig? Gehört diese zum Angebot? Halten Sie das Ergebnis für beide Systeme in derselben Liste fest. Eine Aussage wie „Das geht über eine App“ beantwortet noch nicht, welche App gebraucht wird und wie deren Betrieb bezahlt wird.

Vier Kostenbereiche statt einer Monatszahl

So können Sie die Kosten beider Lösungen einordnen
Bereich Was ins Angebot gehört
Aufbau Gestaltung, Produktübernahme, Einstellungen, Schnittstellen, Tests und Einweisung.
Plattform und Betrieb Shopify-Tarif beziehungsweise Hosting und technische WooCommerce-Betreuung.
Erweiterungen Benötigte Apps oder Plugins, Lizenzen, Einrichtung und laufende Pflege.
Verkauf Zahlungsgebühren und gegebenenfalls weitere transaktionsabhängige Entgelte.

Shopify weist darauf hin, dass bei bestimmten externen Zahlungsanbietern zusätzliche Transaktionsgebühren anfallen können. Ob und in welcher Höhe diese für Ihren Fall gelten, hängt unter anderem vom Tarif und der Zahlungskonfiguration ab. Prüfen Sie daher die aktuellen Bedingungen mit genau den Zahlungsarten, die Sie anbieten möchten.

Für WooCommerce sollten Sie ebenso sämtliche eingesetzten Dienste aufführen. Ein kostenlos verfügbares Grundsystem macht Hosting, kostenpflichtige Erweiterungen und Betreuung nicht kostenlos. Eine sinnvolle Vergleichsrechnung verwendet auf beiden Seiten dasselbe geplante Sortiment und dieselben Funktionen. Lassen Sie einmalige Arbeiten und wiederkehrende Beträge getrennt ausweisen, statt eine langfristige Gesamtsumme aus unterschiedlich vollständigen Angeboten zu bilden.

Wie viel individuelle Funktion brauchen Sie wirklich?

Schreiben Sie Sonderwünsche als konkrete Situationen auf. „Kunden erhalten nach einer Bestellung eine bestimmte Information“ ist überprüfbarer als „individueller Kundenbereich“. Aus der Situation ergibt sich, ob eine vorhandene Funktion reicht, eine Erweiterung benötigt wird oder eine eigene Entwicklung sinnvoll ist.

Lassen Sie für wesentliche Sonderfunktionen vor der Entscheidung einen technischen Nachweis erstellen. Dazu gehören die Grenzen: Was geschieht bei einer unvollständigen Bestellung? Wie wird eine fehlerhafte Datenübertragung sichtbar? Wer kann den Ablauf korrigieren? Eine Demonstration mit vorbereiteten Beispieldaten ist erst dann überzeugend, wenn sie auch Ihren gewöhnlichen Fehlerfall behandelt.

Mehr Erweiterungen erhöhen zudem die Zahl der Beteiligten, deren Änderungen sich auf den Shop auswirken können. Fragen Sie deshalb nach der Zuständigkeit für das Zusammenspiel. Für einen kleinen Betrieb kann ein einfacher, gut betreuter Ablauf praktischer sein als eine umfangreiche Funktion, die nur eine einzelne Person versteht.

Produktdaten exportieren und einen späteren Wechsel vorbereiten

WooCommerce und Shopify dokumentieren Import und Export von Produktdaten per CSV. Prüfen Sie anhand Ihrer eigenen Artikel, welche Felder, Varianten und zusätzlichen Angaben erfasst werden. Ein Produktdatenexport überträgt nicht automatisch das gesamte Erscheinungsbild, die verwendeten Apps und jede individuelle Funktion.

Für Ihre Entscheidung hilft eine kleine Übergabeprobe: Lassen Sie einen Beispielexport erstellen und erklären, welche weiteren Daten Sie für einen Anbieter- oder Systemwechsel erhalten würden. Klären Sie auch Domaininhaberschaft, Administratorzugänge und Lizenzen. Bei einem bestehenden Shop müssen zudem die bisherigen Seitenadressen und Weiterleitungen in die Planung. Die SEO-Checkliste zum Relaunch beschreibt diesen Teil ausführlicher.

Die Bedienung mit der späteren Betreuungsperson testen

Die Person, die täglich mit dem Shop arbeitet, sollte vor der Festlegung eine kleine Aufgabe selbst erledigen: eine Variante ergänzen, eine Bestellung finden und den Bearbeitungsstand ändern. Beobachten Sie, an welchen Stellen Rückfragen entstehen. Das Ergebnis ist für Ihren Betrieb wichtiger als eine lange Liste theoretisch verfügbarer Funktionen.

Wenn die Shopverwaltung ausgelagert wird, prüfen Sie stattdessen den Änderungsprozess: Welche Angaben schicken Sie? Wer setzt sie um? Wie wird die Änderung freigegeben? Im Beitrag Websitepflege auslagern finden Sie eine Struktur für diese Zusammenarbeit.

Mit welchen Angaben Sie die Systemfrage klären können

Bereiten Sie Ihr Startsortiment, einen komplizierteren Beispielartikel, bestehende Systeme und Ihre gewünschte Arbeitsteilung vor. Markieren Sie zwingende Anforderungen und Dinge, die später hinzukommen können. Damit lässt sich begründen, warum eine Lösung für Ihren Shop besser passt.

Für eine Shopplanung mit PEMKO können Sie Ihren bisherigen Stand über die Projektanfrage senden. Ein Vergleich sollte am Ende ein nachvollziehbares Ergebnis liefern: welches System vorgeschlagen wird, welche Funktionen enthalten sind und wie die laufende Betreuung organisiert ist.

Quellen und weiterführende Informationen

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Welche Leistungen bieten Sie an? Was soll ein Besucher auf Ihrer Website erledigen können? Mit diesen Angaben beginnt die Planung.

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Aktualisiert am 27.09.2026 · Weitere Ratgeber

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