Inhalt dieses Ratgebers
Wenn Kunden die Unterschiede zwischen Ihren Produkten nicht kennen, hilft eine lange Filterliste nur begrenzt. Ein Produktfinder kann die Auswahl mit verständlichen Fragen vorbereiten. Dafür muss feststehen, welche Antwort tatsächlich welche Produkte ausschließt und welche Antwort lediglich einen Wunsch ausdrückt.
Bevor Sie einen Produktberater für Ihren Onlineshop erstellen lassen, lässt sich diese Logik auf Papier prüfen. Dazu brauchen Sie ein kleines repräsentatives Sortiment, vollständige Merkmale und einige typische Kaufwünsche. Eine aufwendige Oberfläche kann später folgen.
Wann Filter genügen und wann Fragen helfen
Ein Kunde, der nach „A5, kariert, Spiralbindung“ sucht, kann diese Merkmale direkt auswählen. Kennt er dagegen nur seinen Verwendungszweck, können Fragen wie „Soll das Heft in eine kleine Tasche passen?“ leichter verständlich sein. Die Antwort muss anschließend in ein eindeutiges Produktmerkmal übersetzt werden.
Ein geführter Produktfinder muss dafür kein KI-Chatbot sein. Feste Fragen und Regeln lassen sich gut nachvollziehen, wenn das Sortiment überschaubar und die Auswahl klar beschreibbar ist. Freie Fragen zu umfangreichen Inhalten stellen andere Anforderungen; diese behandelt der Artikel KI-Chatbot für eine Website planen.
Ein Beispiel mit vier Notizbüchern
Das folgende fiktive Sortiment dient ausschließlich dazu, die Auswahl zu erklären. Alle vier Artikel seien im Beispiel verfügbar. Die Angaben sind keine Empfehlung für tatsächlich angebotene Produkte.
| Artikel | Format | Innenseiten | Bindung |
|---|---|---|---|
| Notizbuch A | A5 | Kariert | Spirale |
| Notizbuch B | A5 | Blanko | Gebunden |
| Notizbuch C | A4 | Kariert | Spirale |
| Notizbuch D | A5 | Kariert | Gebunden |
Die erste Frage legt das benötigte Format fest. Wer A5 ausdrücklich braucht, soll kein A4-Heft als angeblich passenden Treffer erhalten. Die zweite Frage betrifft die Lineatur. „Kariert“ lässt im Beispiel die Artikel A und D übrig. Die Bindung könnte anschließend eine Präferenz sein: Bevorzugt der Kunde eine Spirale, erscheint A zuerst; D bleibt mit dem Hinweis „gebundene Alternative“ sichtbar.
Damit ist die entscheidende Unterscheidung getroffen: Format und Lineatur sind in diesem Ablauf Anforderungen, die Bindung ist ein Wunsch. Würde auch die Bindung als zwingend abgefragt, müsste D aus dem Ergebnis verschwinden. Welche Regel gilt, sollte der Kunde an der Formulierung erkennen können.
Ein Ergebnis muss seine Auswahl erklären
Unter einem Treffer kann beispielsweise stehen: „A5, kariert, mit Ihrer bevorzugten Spiralbindung“. Diese Begründung lässt sich direkt aus den bestätigten Merkmalen erzeugen. Eine freie Behauptung wie „das beste Notizbuch für Sie“ würde mehr versprechen, als die wenigen Antworten hergeben.
Zeigen Sie außerdem die bisherige Auswahl und ermöglichen Sie Änderungen. Wer sich bei der Lineatur vertippt hat, sollte nicht ganz von vorn anfangen müssen. Die Produktseite bleibt der Ort für vollständige Beschreibung, Preis, Varianten und Lieferangaben. Ein Finder ersetzt diese Informationen nicht.
Kein Treffer ist ein geplanter Ausgang
Wählt jemand im Beispiel A4 und Blanko, gibt es keinen passenden Artikel. Der Finder sollte genau das sagen. Er kann anbieten, das Format oder die Lineatur zu ändern, darf die Auswahl aber nicht stillschweigend aufweichen.
Für Ihren Entwurf schreiben Sie drei Fälle auf: einen eindeutigen Treffer, mehrere passende Produkte und eine Kombination ohne Ergebnis. Notieren Sie daneben, welche Antwort geändert werden könnte und ob eine persönliche Anfrage sinnvoll ist. Ein Kontaktangebot kann die gewählten Kriterien übernehmen, sollte aber vor dem Senden zeigen, welche Angaben übermittelt werden.
Produktdaten vor der Erweiterung aufräumen
Prüfen Sie, ob gleiche Merkmale gleich geschrieben und an derselben Stelle gepflegt werden. „A 5“, „A5“ und ein Format nur im Beschreibungstext sind für einen automatischen Vergleich keine saubere Grundlage. Bei fehlenden Angaben darf die Software nicht einfach eine passende Eigenschaft annehmen.
Die WooCommerce-Erweiterung Product Finder zeigt, warum die Datenstruktur zur gewählten Umsetzung passen muss: Ihre Dokumentation nennt globale Attribute und Kategorien als Grundlage und unterstützt hierfür keine produktspezifischen Attribute. Das ist eine Eigenschaft dieser Erweiterung, keine allgemeine Grenze jedes möglichen Produktfinders.
Klären Sie auch, was bei ausgelaufenen Artikeln, neuen Varianten oder fehlendem Bestand geschieht. Wer neue Produkte einpflegt, braucht eine kurze Anleitung für die Merkmale, auf denen der Finder beruht. Sonst werden neue Artikel möglicherweise nie als Ergebnis angeboten.
So bereiten Sie eine Anfrage vor
Stellen Sie einige echte Produktdatensätze zusammen und beschreiben Sie die Fragen, die Kunden vor einem Kauf häufig stellen. Markieren Sie, welche Anforderungen unverzichtbar sind. Diese Unterlagen sind für die Planung hilfreicher als die pauschale Vorgabe „Produktberater wie bei einem großen Shop“.
PEMKO kann mit Ihnen klären, wie eine geführte Auswahl in Ihren Onlineshop passt und welcher Umfang technisch geprüft werden muss. Für die erste Anfrage genügen das verwendete Shopsystem, ein Beispielsortiment und der gewünschte Auswahlweg.
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Welche Leistungen bieten Sie an? Was soll ein Besucher auf Ihrer Website erledigen können? Mit diesen Angaben beginnt die Planung.
Projekt anfragenAktualisiert am 27.09.2026 · Weitere Ratgeber